Landwirtschaft

Was will Künstliche Intelligenz im Schweinestall?

In der Landwirtschaft ist die Digitalisierung längst angekommen. Doch damit nicht genug. Durch das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Projekt „5G Nachhaltige Agrarwirtschaft" soll das Oldenburger Münsterland in den kommenden zwei Jahren zum Reallabor für die Integration Künstlicher Intelligenz werden.

Die Ziele sind ambitioniert: Mithilfe der neuen Mobilfunktechnologie 5G und Künstlicher Intelligenz (KI) soll etwa mehr Tierwohl und ein nachhaltigerer Umgang mit dem Anfall von Gülle und Trockenmist möglich werden. Dazu sollen die Wertschöpfungsketten von Geflügel und Schwein abgebildet werden – inklusive einer Überwachung der Tiergesundheit als auch des Futtermanagements. Die erhobenen Daten werden den Landwirten in Echtzeit vorgelegt, so dass sie daraus die richtigen Schlüsse ziehen können.

Antragsteller für die Förderung des Vorhabens waren die Transformationsstelle Agrar (trafo:agrar) an der Universität Vechta sowie die Wirtschaftsförderung des Landkreises. In ihrem Antrag verwiesen die Autoren auf die Chancen von 5G für die Lebensmittelherstellung der Zukunft: „Durch die Digitalisierung und Vernetzung aller Daten vom Elterntier bis zur Mast, vom Futtermittel bis zum Güllefass kann das gesamte Produktionssystem kontinuierlich intelligent und nachhaltig optimiert werden."

„Wir wollen die Möglichkeiten für eine nachhaltigere und transparentere Landwirtschaft nutzen."
Herbert Winkel

Dass nun tatsächlich vier der insgesamt 38 Millionen Euro Fördersumme ins Oldenburger Münsterland gehen, erfreut insbesondere Landrat Herbert Winkel: „Wir wollen mit unseren Kooperationspartnern die Möglichkeiten neuester Mobilfunktechnologie für eine nachhaltigere und transparentere Landwirtschaft nutzen – zum Wohle von Tier und Umwelt." Dr. Barbara Grabkowsky, Geschäftsführerin von trafo:agrar, ist überzeugt, das Projekt werde „wichtige Impulse zur nachhaltigkeitsorientierten Transformation der Nutztierhaltung im In- und Ausland aufzeigen".

Erwartungsfroh äußern sich auch die Unternehmen aus der Region. So sieht etwa Niko Brand von der Brand Qualitätsfleisch GmbH & Co. KG in Lohne in der Digitalisierung der Wertschöpfungsketten große Chancen. „Als Unternehmen der Fleischindustrie sind wir auf Weiterentwicklungen in diesem Bereich angewiesen", sagt er und zeigt sich stolz, als Partner Teil des Projekts zu sein. Dr. Alexander Stärk von Big Dutchman glaubt daran, „frühzeitig Möglichkeiten der neuen 5G-Technologie in praxisreife Lösungen umzusetzen". Mit den innovativen Ergebnissen ließen sich „weit über die Region hinaus neue Maßstäbe bei der Digitalisierung von Tierställen setzen".

Unterstützung kommt etwa auch von der Böseler Goldschmaus GmbH & Co. KG und der zur PHW-Gruppe gehörenden BWE-Brüterei Weser-Ems in Visbek. Deren Geschäftsführer Felix Wesjohann betont, dass der Mensch in der Tierbetreuung „das A und O" bleibe, er sich aber von modernsten Technologien und dem Einsatz von KI „weitere Fortschritte in der Steigerung von Tierwohlindikatoren" erhoffe.

 

 

Der viermal im Jahr erscheinende Newsletter der Transformationsstelle Agrar kann hier bestellt werden: katrin.mieck@transformationsforschung-agrar.de