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Was macht eigentlich ein Weiterbildungsberater?

Auf den ersten Blick erscheint das Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen ziemlich unüberschaubar. Wie soll man das richtige Seminar, den richtigen Kurs finden? Frank Mayer kann dabei helfen, er ist Weiterbildungsberater bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer.

Herr Mayer, erzählen Sie mal, was macht eigentlich ein Weiterbildungsberater?

Ich möchte vorausschicken, dass die IHK eine neutrale Instanz ist. Das heißt, wir beraten unabhängig, übergreifend und objektiv. Wir wollen immer die beste Lösung finden. Geht es beispielsweise in Unternehmen um die Personalentwicklung, fragen wir nach der Zielsetzung und den Bedarfen. Wenn wir darüber Bescheid wissen, können wir sagen, welche Dienstleister sich eignen. Ist die personenbezogene Weiterbildung das Thema, vereinbaren wir ein Informations- und Beratungsgespräch, bei dem wir etwa einen Vergleich zwischen dem Ist-Zustand und den Vorstellungen vornehmen.

Erkennen Sie das Potenzial, das jemand mitbringt, der Ihnen gegenübersitzt?

Das ist besonders wichtig. Wir versuchen herauszufinden, wo jemand talentiert ist und in welchen Bereichen er seine Neigungen hat. Zudem wollen wir erkennen, was die Leute antreibt. Wenn sich jemand als Industriekaufmann vorstellt, der sich weiterentwickeln möchte, dann muss man ja wissen, in welche Richtung es gehen könnte.

Was muss man dabei alles beachten?

Ich halte es für ganz entscheidend, den Markt im Auge zu behalten. Wir müssen uns um die Veränderungen bei den Berufsfeldern kümmern. Es gibt durchaus Berufe, die sind nicht besonders zukunftsträchtig. Und es bringt niemandem etwas, auf ein totes Pferd zu setzen.

„Es bringt niemandem etwas, auf ein totes Pferd zu setzen."
Frank Mayer

Was erwarten Sie von jemandem, der sich von Ihnen beraten lässt?

Wer zu uns kommt, will sich in der Regel weiterentwickeln. Er bringt also bereits die Bereitschaft zur Veränderung mit. Das ist wichtig. Wir schauen dann, wie weit dieser Wille reicht. Man muss dafür ja auch eine gewisse gedankliche Beweglichkeit mitbringen und sich nicht immer nur an Schema F orientieren.

Gibt es eine Lebensphase, in der die Menschen sich intensiver als sonst mit Weiterbildung beschäftigen?

Ja, die gibt es. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass häufig Menschen Mitte 20 nachlegen wollen. Die haben dann schon eine Weile in ihrem erlernten Beruf gearbeitet und dabei festgestellt, dass noch mehr möglich wäre. Darüber hinaus gibt es dann oft auch eine Art Druck durch die Familie, die einen gewissen Lebensstandard erwartet.

In den letzten Monaten wurden viele Seminare und Kurse ins Internet verlegt. Wie sehen Sie das?

Grundsätzlich positiv. Wir waren hier bei der IHK selbst auch sehr schnell dabei und haben gemerkt, dass sich unsere Klientel umstellen kann. Aber wir wissen auch, dass es Bildungsanbieter gibt, bei denen das nicht so reibungslos funktioniert. Die Kunden müssen schon eine Affinität zum Computer haben, sonst wird es schwierig.

Weiterbildungsberatung der Oldenburgischen IHK
Frank Mayer
Tel. 0441 2220-425 
frank.mayer@oldenburg.ihk.de