Künstliche Intelligenz

Wie profitiert das Handwerk von Chatbots?

Die Digitalisierung spült immer neuer Begrifflichkeiten an die Oberfläche. Chatbot zum Beispiel. Die kleinen Programme sind äußerst nützliche Helfer im Betriebsalltag. Wie sie auch im Handwerk eingesetzt werden können, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg Michael Hoffschroer.

Sie sind kleine Allroundgenies. Chatbots machen sich als Anrufbeantworter nützlich, managen den Terminkalender, reagieren auf Kundenanfragen. So können sie dafür sorgen, die Kommunikation zu automatisieren und unterstützen, betriebliche Abläufe zu optimieren und Zeit zu sparen. „Sie funktionieren mit Sprach- und Texterkennung und sind technisch schon weit entwickelt", erklärt Sebastian Klöß vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Ob ihr Einsatz in einem Konzern oder oder einem kleinen Familienbetrieb erfolgt, spielt nur eine untergeordnete Rolle. „Chatbots sind für alle Firmengrößen geeignet", bestätigt der Experte.

Auf Initiative von Michael Hoffschroer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, wurde im März 2020 beim #wirsindvirus-Hackathon der Bundesregierung innerhalb von 48 Stunden der Chatbot „CRAFT" entwickelt. Er informiert Innungen, Kreishandwerkerschaften, Kammern sowie Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände oder ähnliche Organisationen über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Pandemie.

„Mit unserem Chatbot steigern wir unsere Kundennähe und entlasten das Akquise- und Beratungsgeschäft."
Michael Hoffschroer

Bereits einen Tag nach Abschluss des Hackathon in Berlin wurde der Bot auf der Website der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg veröffentlicht. „Damit steigern wir unsere Kundennähe und entlasten das Akquise- und Beratungsgeschäft", betont Hoffschroer. Um Vertrauen aufzubauen sei es von großer Bedeutung, die Kunden vorab darüber zu informieren, dass sie es mit einem Chatbot zu tun haben. Doch damit nicht genug. Der Cloppenburger sieht eine Vielzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten. „Denken Sie nur an das Building Information Modelling (BIM), an CNC-Technologien oder das sogenannte Nesting." Mit Letztgenanntem haben beispielsweise Druckereien zu tun, die Druckmotive platzsparend auf dem Druckbogen anordnen wollen.

Mit der Frage, wie kleine und mittlere Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) im Arbeitsprozess nutzen können, beschäftigt sich auch das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte KomKI-Verbundsprojekt. Dreh- und Angelpunkt ist die Entwicklung und Erprobung von KI-Weiterbildungsmodulen. Die Bausteine werden im Rahmen praxisnaher KI-Werkstätten gemeinsam mit Handwerksbetrieben entwickelt, erprobt und umgesetzt. Neben der Handwerkskammer Hannover ist unter anderem auch die Kreishandwerkerschaft Cloppenburg an dem Projekt beteiligt.