Charity-Lauf

Laufen für die gute Sache

Laufen macht Spaß, Laufen hält fit und mit Laufen kann man außerdem wirklich Großes leisten. Das haben Ruth Tönnies und Karin Zumdohme aus Lastrup bewiesen, die die Laufschuhe für den guten Zweck schnürten und mehrere Tausend Euro für das Hospiz in Cloppenburg sammelten.

Klar, hobbymäßig laufen Ruth Tönnies und Karin Zumdohme schon lange. Aber auf die Idee, einen Marathon zu starten, sind sie erst durch Corona gekommen. „Unser Schwimmtraining fiel aus, also wollten wir uns anderweitig bewegen. Aber nicht ohne einen Sinn dahinter", erzählt Tönnies. Und so wurde die Idee für den Charity-Lauf geboren, der am 15. Mai 2021 stattfand.

Im Februar begannen die beiden Frauen mit dem Training, aber ihren Plan an die Öffentlichkeit getragen haben sie erst einen Monat vorher. „Falls doch die Pandemie dazwischenkommt oder uns unser Mut verlässt", lacht Tönnies. Die Lastruperin und ihre Freundin haben sich vorher genau überlegt, für welche Einrichtung sie die Kilometer abreißen wollen. Ihre Wahl fiel auf das Hospiz wanderlicht in Cloppenburg. Dass das Geld in der Region bleibt, war ihnen wichtig. Auch bei der Streckenplanung spielte die Heimatliebe eine große Rolle.

Die Gemeinde Lastrup hat 14 Bauernschaften. Jede davon wollten die Athletinnen anlaufen. Geplant, getan: Mithilfe einer App erarbeiteten Karin Zumdohme und Ruth Tönnies ihre Strecke und fuhren sie anschließend mit dem Auto und ihren GPS-Laufuhren ab. Am Ende war der Weg 42,4 Kilometer lang – genau die richtige Marathonlänge. Trainiert haben sie bis Kilometer 31. „Vor einem Marathon läuft man nicht die ganze Strecke, sondern höchstens 34 Kilometer", erklärt Tönnies. „In den letzten zwei Wochen vor dem Start muss man sich regenerieren und Kraft sammeln." Danach wussten Karin Zumdohme und sie, dass sie bereit sind.

Großes Geld in gute Hände

Wie ein Licht in der dunklen Corona-Zeit kam das Event bei den Lastrupern an: In jeder Ortschaft wartete man auf die Athletinnen und jubelte ihnen zu. Viele andere Läufer:innen oder Fahrradfahrer:innen schlossen sich für den einen oder anderen Kilometer an. An einer Stelle wurden Ruth Tönnies und Karin Zumdohme sogar von zwei Reiterinnen begleitet. Die wichtigste Begleitung war jedoch Stefan Tönnies: Er zog den festlich geschmückten Fahrradanhänger gefüllt mit Wasserflaschen, Bonbons für die Kinder und der Spendenbox.

„Der Wettbewerbsgedanke und die Kilometer rücken in den Hintergrund, wenn man sieht, was man für den guten Zweck erreicht hat."
Ruth Tönnies

Und wieviel Geld kam am Ende nun zusammen? Ungefähr 11.000 Euro bar landeten in der großen Kiste. Zusätzlich wurde ein Paypal-Spendenkonto angelegt und die Kontonummer des Hospizes veröffentlicht. Laut Ruth Tönnies soll am Ende insgesamt eine Summe um die 15.000 Euro auf dem Scheck stehen. Auch wenn es ab dem 38. Kilometer immer schwerer wurde, hat sich die Anstrengung gelohnt. „Plötzlich ging es gar nicht mehr um den Lauf, sondern nur noch um das, was wir geschafft haben", freut sich Tönnies. Die beiden Frauen sind stolz – zu Recht!

Charity-Läufe sind eine gute Sache. Nicht nur Ruth Tönnies und Karin Zumdohme wissen das. Im Oldenburger Münsterland finden häufig derartige Veranstaltungen statt, die dem guten Zweck dienen. Beispielsweise erhält die Initiative „Der kleine Stern", die sich der Hilfe von kranken Kindern verschrieben hat, viele erlaufene Spenden. Alleine in diesem Jahr sind es bereits mehr als zehn Spendenläufe, deren Erlöse an die Initiative gingen. „Der kleine Stern" unterstützt unter anderem die Vereine Herzkranke Kinder e.V. und die Kinderkrebshilfe Münster e.V. und setzt sich damit für Forschung, Unterstützung und Behandlung ein.