Volle Fahrt voraus

Wie auf der MS Spitzhörn alle an einem Strang ziehen

Hochzeiten, Kaffeefahrten, Familienfeiern – und auch den regulären Fahrplan der MS Spitzhörn musste Jens Lindstädt vom Erholungsgebiet Barßel & Saterland e.V. Mitte März plötzlich absagen. Dabei sollte die Saison doch gerade losgehen. Seit Pfingsten legt das Fahrgastschiff im Barßeler Hafen wieder ab.

„Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitern an Bord! Wir können uns kein besseres Team vorstellen." Die Freude über den gelungenen Saisonauftakt 2020 war so groß, dass Jens Lindstädt sich gleich öffentlich auf Facebook dazu äußerte. „Wir bedanken uns herzlich bei allen Fahrgästen, die an einer Fahrt an diesem Wochenende teilgenommen haben! Sowohl für uns als auch für sie war es eine Premiere in diesem Rahmen. Danke, dass alles so toll geklappt hat", lobt der Tourismusexperte weiter.

Noch Mitte Mai hatte sein Team nicht damit gerechnet, dass die MS Spitzhörn schon Pfingsten wieder mit Gästen ablegen darf. Aber zurück zum März. „Wir haben von jetzt auf gleich alles eingestellt", erinnert sich Lindstädt. Alles war für den Saisonstart vorbereitet, Charterfahrten gut gebucht, der reguläre Fahrplan stand. Da es zunächst keine klaren Vorgaben für den touristischen Schiffsverkehr gab, blieb ihm nur eines: absagen. „Das hat uns richtig weh getan, viele Familienfeiern und Trauungen sind ausgefallen." Auch die Schiffsbesatzung muss zuhause bleiben.

„Ich ziehe den Hut vor unserem Team; die Mannschaft hat Großartiges geleistet."
Jens Lindstädt

Von Woche zu Woche banges Warten, wie es weitergeht – bis im Mai endlich Land in Sicht kam. Sofort liefen die Vorbereitungen an. Auf einer Probefahrt bei strahlendem Sonnenschein sichtete die Mannschaft Störche. Glücksbringer? Wer weiß.

Als klar war, wie die Bedingungen für den Saisonstart an Pfingsten sind, packten alle mit an. „Unsere Mitarbeiter haben Plakate aufgehängt, Markierungen am Steg und an Bord geklebt, einfach alles gegeben, damit wir unter sicheren Bedingungen wieder starten können. Ich ziehe den Hut vor unserem Team; die Mannschaft hat Großartiges geleistet." Jens Lindstädt ist immer noch begeistert von Zusammenhalt und Einsatz.

Und das Konzept geht auf. Der Andrang an Pfingsten ist so groß, dass nicht alle mitfahren können, die wollen. Aktuell darf die MS Spitzhörn bis zu 35 Gäste an Bord nehmen, 130 waren es vorher. Nur jeder zweite Tisch wird besetzt, so wird Abstand gehalten. „Das schmerzt, aber wir wollen auf Nummer sicher gehen und niemanden gefährden. Weder Gäste noch Mannschaft." Lindstädt steht zu den Maßnahmen. Der Stimmung an Bord tun sie keinen Abbruch. Die Fahrgäste genießen die frische Brise und die traumhafte Aussicht vom Wasser auf das Barßeler Tief. Und lassen sich dabei verwöhnen, denn Kaffee und Kuchen, Eis und Snacks gibt es weiterhin.

Wer eine Tour mit der MS Spitzhörn unternehmen will, findet den gültigen Fahrplan auf der Website der Touristinformation Barßel-Saterland. Da die Plätze begrenzt sind, wird empfohlen zu reservieren. Charterfahrten und Gruppenbuchungen können derzeit nicht angenommen werden.